|
Glossar
Abzüge (prints):
vintage-print
Frühabzug, Ergebnis der eigentlichen fotografischen Absicht, entstanden unter dem frischen Eindruck der Aufnahme. Vom Fotografen selbst oder unter seiner Aufsicht vergrößert, von ihm signiert und datiert, also autorisiert, daher von Sammlern am Höchsten bewertet.
period print
Abzüge, die ca. 5 - 10 Jahre nach der Aufnahme unter den obigen Kriterien entstanden sind.
modern print
hier sind mehr als 10 Jahre vergangen, bis der Fotograf seine Abzüge erstellt oder erstellen läßt, z.B. bei Retrospektiven berühmter Fotografen.
posthumous print, estate print
Autorisierte Abzüge eines fotografischen Werks nach dem Ableben des Fotografen durch seine Erben oder Nachlaßverwalter.
Albuminpapier
Bis Anfang des 20. Jahrhunderts verwendetes Kopierpapier, dessen lichtempfindliche Substanzen in Eiweiss eingebettet waren.
Oft Hand - koloriert.
Archivierung
Durch Archivsichere Nachbehandlung der Foto-Abzüge nach einem weltweiten Museumsstandard wird bei klassischen Silbergelatineabzügen eine Haltbarkeit und Lichtechtheit von bis zu 100 Jahren garantiert.
Bei einigen Digital-Druckverfahren (z.B.Iris-prints) wird bereits eine Haltbarkeit von bis zu 70 Jahren erreicht.
Trotzdem empfiehlt es sich natürlich, Fotografien wie auch Gemälde nicht länger dem Sonnenlicht auszusetzen.
Bromöldruck
Edeldruckverfahren, das nach 1900 in der Kunstfotografie angewendet wurde. Durch Abdrucken eines frischen Bromöldruckes auf Papier entsteht ein sogenannter Bromölumdruck, der das ursprüngliche Bild seitenverkehrt wiedergibt.
Bromsilberpapier
Fotopapier, das als lichtempfindliche Substanz Bromsilber enthält. Bromsilberpapiere ergeben einen neutralschwarzen Bildton, der sich auch in verschiedenen Entwicklern kaum ändert.
Chlorbromsilberpapier
Fotopapier, das als lichtempfindliche Substanz eine Mischung aus Brom- und Chlorsilber enthält. Ergeben einen warm- bis braunschwarzen Bildton, der durch geeignete Entwickler auch in Richtung Neutralschwarz verschoben werden kann.
C-print
seit ca. 1942 meistverwandtes Farbpapier, heute auf Polyäthylen-Basis, als Sammlerblatt nie länger direktem Sonnenlicht aussetzen, langfristig kühl und dunkel lagern.
Als Fuji Chrystal paper, Kodak Endura oder Ilfochrome ist die Haltbarkeit vergleichbar mit
dem SW Gelatinesilberabzug.
Cibachrome-Papier
Farbpapier mit starkem, metallischen Oberflächenglanz, gegenüber dem C-print höhere Lichtstabilität.
Cyanotypie
Basiert auf lichtempfindlichen Eisensalzen und wird wegen seiner blauen Farbe auch Blaudruck genannt. (ca. 1842 - 1950)
Daguerreotypie
Erstes, in grösserem Rahmen angewandtes, fotografisches Verfahren. Wurde bei der Aufnahme kein Umkehrspiegel verwendet, zeigten Daguerreotypien eine seitenverkehrte Abbildung.
Die Erfindung von Louis Jacques Mandé Daguerre wurde von der Französischen Akademie der Wissenschaften aufgekauft und am 19. August 1839 veröffentlicht. Dieses Datum gilt seither als Geburtsstunde der Fotografie.
Diapositiv
Farbumkehrfilm, (Dia), 1936 zeitgleich von Kodak und Agfa eingeführt. Geringere Haltbarkeit als Aufsichtsbilder. Spielt im Sammlermarkt keine Rolle.
Dibond
C-Print unter Acrylglas auf Aluminium
kaschiert
digitale prints
mit lichtechten Pigment-Tinten erreichen mittlerweile auch fast die Haltbarkeit von anderen Medien und haben eine recht hohe Akzeptanz selbst bei Museen und Sammlern erreicht.
(Digital) Iris Prints
unterscheiden sich grundlegend von allen anderen Ink Jet Verfahren und ermöglichen eine bislang unerreichte Qualität und Langlebigkeit (bis zu 70 Jahren). Gedruckt werden kann auf vielen hochwertigen Papieren, z.B. Aquarell- und Büttenpapier, bis zu 500 g.
Dye Transfer
1947 bis heute, aufwendiges, sehr stabiles Verfahren für Farbabzüge, bei dem drei Matrizen mit den jeweiligen Komplementärfarben eingefärbt und paßgenau auf ein gelatinebeschichtetes Papier aufgetragen werden. Ergibt ein hochwertiges Farbbild mit langer Lichtbeständigkeit.
Edeldruckverfahren
Sammelbegriff für historische Druckverfahren mittels fotografischer Methoden. Die meisten Edeldruckverfahren beruhten auf Gerbung fotografischer Emulsionen. Dadurch entstanden wasserabstossende Stellen, an denen die Druckfarbe haften blieb. Anschliessend wurde die Schicht direkt getrocknet oder auf ein Übertragungspapier umgedruckt. Die bekanntesten Methoden waren der Bromöldruck, Gummidruck, Kohledruck, Öldruck und der Pigmentdruck.
Gelatinesilberabzug, Gelatine-Silver-Print
Heute gebräuchlistes Fotopapier für S/W
fine-art-photography.
Die lichtempfindliche Schicht enthält Bromsilber mit eventuellen Zusätzen von Chlor- oder Jodsilber, die dem normalerweisen kalten Bildton eine warme Anmutung verleihen können. (ca. 1890 bis heute)
Gummidruck
Edeldruckverfahren, bei dem statt Gelatine Gummi verwandt wird.
In der Zeit des Pictorialismus wegen seiner malerischen Unschärfe beliebt.
Heliogravure
Edeldruckverfahren. Nach einem grossformatigen, tonwertrichtigen Diapositiv wird ein Gelatinerelief hergestellt und dieses dann auf eine beschichtete Kupferplatte übertragen, von welcher nach dem Prinzip des Tiefdruckes hervorragende Abdrucke in grosser Auflage hergestellt werden können.
Kollodiumdruck
Edeldruckverfahren. Nutzt Kollodium als Bindemittel, die Tönung ist braun, in den Weißen klar-weiß.
Platindruck
Silberloses Edeldruckverfahren. Erzeugt tief gesättigte Schwärzen und einen differenzierten Tonwertumfang.
Platindrucke zeichnen sich durch höchste Haltbarkeit aus, sind aber wegen der Kosten für das Platin recht teuer. Heute wieder geschätzt.
Pigmentdruck
Edeldruckverfahren, auch Kohle- oder Carbondruck. Hier wird das Bindemittel Gelatine mit Pigmenten, z.B. Ruß, eingefärbt. Bei der Belichtung härtet die Gelatine und die unbelichteten Partien werden ausgewaschen.
Anschließend wird das Gelatinepigmentrelief auf ein Trägerpapier aufgequetscht.
Salzpapier
Von Talbot eingeführtes Kopierverfahren, basierend auf lichtempfindlichem Silberchlorid. Die gelbraune Oberfläche wirkt matt. Wird auch als Kalotypie oder Talbotypie bezeichnet. (ca. 1840 - 1860)
|